{"id":107667,"date":"2013-09-17T23:26:50","date_gmt":"2013-09-17T21:26:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kukuma.org\/?p=107667"},"modified":"2013-09-18T01:30:48","modified_gmt":"2013-09-17T23:30:48","slug":"demo-no-one-is-illegal-20-09-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kukuma.org\/?p=107667","title":{"rendered":"Demo: No one is illegal! 20-09-2013"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.nadir.org\/nadir\/periodika\/contraste\/images\/logo_kein_Mensch_ist_illegal%202.jpg\" width=\"600\" height=\"568\" \/><br \/>\n<strong>Demo: No one is illegal! <\/strong><br \/>\nEnglish version see below;<\/p>\n<p><strong>Wann?<\/strong> Freitag, 20.9.2013 16 Uhr<br \/>\n<strong>Wo?<\/strong> Omofuma Denkmal\/Museumsquartier, Wien<\/p>\n<p>17.000 Tote an den EU-Aussengrenzen seit 1993 \u2013 Und das sind nur die dokumentierten F\u00e4lle. Die Dunkelziffer liegt um vieles h\u00f6her. Griechenland und Ungarn sperren Gefl\u00fcchtete, teilweise auch Minderj\u00e4hrige, bis zu ein Jahr unter menschenverachtenden Bedingungen in Gef\u00e4ngnisse; Danach droht ihnen Obdachlosigkeit. In Griechenland machen neonazistische Paramilit\u00e4rs gezielt Jagd auf Refugees.<\/p>\n<p>Auch in den \u00f6sterreichischen Asylheimen sind die Bedingungen gro\u00dfteils untragbar. Die Befragungen zu den Fluchtgr\u00fcnden werden wie Verh\u00f6re gef\u00fchrt, die Qualit\u00e4t von \u00dcbersetzungen wird von Menschenrechtsorganisationen st\u00e4ndig scharf kritisiert. Deshalb entstanden im Herbst verschiedene selbstorganisierte Initiativen von Gefl\u00fcchteten, die sich dann im Marsch von Wien nach Traiskirchen konzentrierten. Dies markierte den Beginn der Refugeebewegung in \u00d6sterreich.<\/p>\n<p>Ein langer Kampf begann: Nach dem Marsch wurde trotz eisiger Temperaturen ein Protestcamp im Sigmund-Freud-Park errichtet. Wegen der Polizeirepression suchten die Refugees in der Votivkirche Schutz. Kurz nach Weihnachten r\u00e4umte die Polizei schlie\u00dflich gewaltsam das Camp. Die Gefl\u00fcchteten starteten daraufhin einen Hunger- und teilweise sogar Durststreik, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Aufgrund von mehreren Polizeiaktionen vor der Kirche wurde beschlossen, am 3. M\u00e4rz<br \/>\nins Servitenkloster zu \u00fcbersiedeln.<\/p>\n<p>Trotz Versprechen der Beh\u00f6rden, die Asylverfahren nach einem Umzug neu aufzurollen, erhielten schon bald die H\u00e4lfte der Fl\u00fcchtlingsaktivisten einen endg\u00fcltig negativen Asylbescheid. Ende Juli bekamen 20 Refugees Briefe, in denen das &#8222;Gelindere Mittel&#8220; ausgesprochen wurde. Diese ausnahmslos in die falsche Sprache \u00fcbersetzten Bescheide zwangen die Refugees, sich t\u00e4glich bei der Polizei zu melden. Am 28. Juli wurden dann acht von ihnen bei einer dieser &#8222;Routinekontrollen&#8220; festgenommen und innerhalb weniger Tage abgeschoben. Trotz massiver Proteste \u2013 vor dem Abschiebegef\u00e4ngnis, am Flughafen und in Flugzeugen \u2013 konnte der Transport nicht verhindert werden.<\/p>\n<p>Um das \u00f6ffentliche Interesse von den Abschiebungen abzulenken, setzte man zu einem Doppelschlag an: Drei der im Servitenkloster gemeldeten Refugees wurden unter dem Vorwurf der &#8222;Schlepperei&#8220; festgenommen. Des Weiteren steht die Verwendung des sogenannten &#8222;Mafiaparagraphen&#8220; \u00a7278a im Raum, der schon mehrmals zur Kriminalisierung politischer Proteste verwendet wurde.<\/p>\n<p>Solidarisch gegen Abschiebungen &amp; Repression<br \/>\nAuch wenn die Refugeebewegung die Lebensbedingungen von Fl\u00fcchtlingen prominent ins \u00f6ffentliche Licht ger\u00fcckt hat, bleiben die politisch Verantwortlichen unt\u00e4tig. Dabei g\u00e4be es sehr wohl auch M\u00f6glichkeiten innerhalb des als ewigen Mantras wiederholten &#8222;Rechtsstaats&#8220;, um die Situation der Fl\u00fcchtlinge wesentlich zu verbessern und Schutz zu gew\u00e4hrleisten. Doch solange das Innenministerium und die Regierung nicht durch einen geeinten Widerstand gegen Abschiebungen konfrontiert<br \/>\nwird, kommt zu keiner \u00c4nderung der rassistischen Grenzpolitik. Auch der Einsatz vermeintlicher Hilfsorganisationen f\u00fchrt nicht zu einem breiteren \u00f6ffentlichen Dialog \u00fcber die Forderungen der Gefl\u00fcchteten.<br \/>\nCharity und Viktimisierung k\u00f6nnen einen selbstbewussten politischen Protest nicht ersetzen.<\/p>\n<p>Abschiebung ist Mord!<br \/>\nNach wie vor konnten wir nicht zu allen abgeschobenen Refugee-Aktivisten Kontakt herstellen. Einer der Abgeschobenen hat berichtet, dass seine Familie direkt nach der Abschiebung von den Taliban aufgesucht wurden. Der Kontakt ist nun abgebrochen. Einige andere berichten von \u00dcberwachung durch pakistanischen Sicherheitsdienste, da sie \u00f6ffentlich Kritik an der pakistanischen Regierung ge\u00e4u\u00dfert haben. In den letzten f\u00fcnf Jahren sind \u00fcber 1500 Zivilist*innen bei Drohnenattacken umgekommen und 300 schwer verletzt worden. Au\u00dferdem starben 352 Personen bei Selbstmordanschl\u00e4gen. Zwischen 2009-2013 wurden von terroristischen Gruppierungen 1030 Schulen und Colleges zerst\u00f6rt. Auch in der laut Innenministerium sicheren Provinz Punjab wurden in den letzten sechs Monaten mehr als 7000 Menschen gekidnappt, darunter auch der Sohn des letzten Regierungschefs \u2013 er ist bis jetzt verschollen.<br \/>\nInsgesamt gibt es im letzten Jahrzehnt \u00fcber 50.000 Tote (darunter Bombenanschl\u00e4ge, Target Killings\u2026) zu beklagen. Seit den Wahlen in Pakistan hat sich die Sicherheitslage noch verschlimmert. F\u00fcr verfolgte Menschen gibt es in Pakistan keine &#8222;innerstaatliche Fluchtalternative&#8220;.<\/p>\n<p>Deswegen muss unser Widerstand gegen die menschenverachtende Abschiebepolitik umso entschlossener weitergehen. Der Druck auf die Entscheidungstr\u00e4ger*innen muss weiter erh\u00f6ht werden. So lange es Abschiebungen gibt, lassen wir ihnen keine Ruhe. Erst freie Menschen, dann freie Stra\u00dfen!<\/p>\n<p>Komm am 20.9. um 16.00 vor das Museumsquartier zum Omofuma Denkmal!<br \/>\nSchlusskundgebung &amp; kreative Aktionen um 18:30 vor dem Abschiebegef\u00e4ngnis nahe U-Bahnstation Rossauer L\u00e4nde.<\/p>\n<p><strong>Die Forderungen der Refugees sind:<\/strong><br \/>\n1. Ein Legaler Aufenthaltsstatus. Wir k\u00f6nnen nicht in unsere Heimatsl\u00e4nder zur\u00fcck, denn Krieg, Terror und Hungersn\u00f6te haben uns zur Flucht gezwungen.<br \/>\n2. Falls \u00d6sterreich nicht dazu bereit ist, so l\u00f6scht wenigstens unsere Fingerabdr\u00fccke aus euren Datenbanken, damit wir in anderen L\u00e4ndern Schutz suchen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>!!KEINE FLAGGEN!! Die Demonstration zielt nicht auf die Profilierung einzelner Parteien oder (N)GOs ab, sondern auf die Unterst\u00fctzung des Refugee Protests<\/strong><\/p>\n<p><strong>NO BORDER NO NATION STOP DEPORTATION!!! WE WILL RISE!!<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kukuma.org\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1240490_588170494568881_1487440022_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-107668\" alt=\"1240490_588170494568881_1487440022_n\" src=\"http:\/\/www.kukuma.org\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1240490_588170494568881_1487440022_n.jpg\" width=\"575\" height=\"575\" srcset=\"https:\/\/kukuma.org\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1240490_588170494568881_1487440022_n.jpg 575w, https:\/\/kukuma.org\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1240490_588170494568881_1487440022_n-150x150.jpg 150w, https:\/\/kukuma.org\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1240490_588170494568881_1487440022_n-300x300.jpg 300w, https:\/\/kukuma.org\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1240490_588170494568881_1487440022_n-96x96.jpg 96w, https:\/\/kukuma.org\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1240490_588170494568881_1487440022_n-24x24.jpg 24w, https:\/\/kukuma.org\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1240490_588170494568881_1487440022_n-36x36.jpg 36w, https:\/\/kukuma.org\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1240490_588170494568881_1487440022_n-48x48.jpg 48w, https:\/\/kukuma.org\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1240490_588170494568881_1487440022_n-64x64.jpg 64w\" sizes=\"auto, (max-width: 575px) 100vw, 575px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Demo: No one is illegal! English<\/strong><br \/>\n<strong><br \/>\nWhen?<\/strong> Friday, 20.9.2013 16 Uhr<br \/>\n<strong>Where? <\/strong>Omofuma Memorial\/Museumsquartier, Vienna<\/p>\n<p>17.000 dead at the borders of the EU since 1993 \u2013 and these are only the documented cases. The number of unreported cases is much higher. Greece and Hungary imprison refugees, even minors, for up to a year under inhuman conditions. Afterwards they face the threat of homelessness. In Greece, neo-nazi paramilitary organisations hunt down refugees.<\/p>\n<p>The conditions in Austrian asylum centers are largely unbearable. The refugee&#8217;s interviews on their reasons for flight are also held like criminal interrogations, the quality of translations is regularly critized by human rights organisations. As a result, in the fall of 2012, an array of self-organized initiatives developed, culminating in the march from Traiskirchen to Vienna. This marked the beginning of the refugee movement in Austria.<br \/>\nA long struggle ensued: After the march, a protest camp was set in the Sigmund-Freud-Park despite icy temperatures. Due to police repression, the refugees sought shelter in the Votivkirche. Shortly after Christmas, the camp was brutally evicted. The refugees started a hungerstrike to call attention to their situation. Due to multiple hostile acts by the police it was decided to move to the Serviten Monastery on the 3rd of March.<\/p>\n<p>Even though the public authorities promised that the asylum processes of the refugees would be sent to retrial after the move, more than half of them were soon given double negative decisions. At the end of July, &#8222;Gelinderes Mittel&#8220; was imposed on 20 refugees. The people were forced to report to the police every morning. On 28 July, eight of the refugees were detained during those &#8222;routine checks&#8220; and deported in the following days. Even massive protests in front of the deportation<br \/>\nprison, at the airport and inside planes, could not stop the deportations.<\/p>\n<p>To distract the public interest from the deportations, three of the refugees registered in the Serviten Monastery were detained under the accusation of &#8222;trafficking&#8220;. Moreover, the idea of further proceeding with \u00a7278a (the so-called &#8222;mafia-paragraph&#8220;), which has been used to criminalize protest movements in the past, was brought up.<br \/>\nEven thought he refugee protest has put a public spotlight on the living conditions of refugees, the responsible politicians remain inactive. Moreover, there are legal ways and means to improve the situation of the refugees and provide them with protection. But as long as the interior ministry and the government are not confronted with a united front of resistance against deportations, the racist border policy of Austria will not change. The efforts of so-called aid organisations do not result in broad public diaogue about the Refugees&#8216; demands either.<br \/>\nCharity and victimizing cannot replace a assertive political protest.<\/p>\n<p>So far we have not been able to make contact with all the deported refugee activists. One of them reported that his family was threatened by the Taliban directly after his deportation to Pakistan. Now the contact to him has broken off. Others refugees worry about surveillance through Pakistani security forces, because they publicly criticized the Pakistani government. During the last five years alone over 1,500 civilians have been killed in drone attacks and 300 have been seriously<br \/>\ninjured. At the same time, 352 people died in suicide attacks.<\/p>\n<p>Between 2009 and 2013, 1,030 schools and colleges have been destroyed by terrorist groups. In the province Punjab \u2013 which is claimed to be secure by the Ministry of Interior \u2013 over 7,000 people have been kidnapped during the last six months, one of them the son of the last Head of Government \u2013 he is still missing. On the whole more than 50,000 people have been killed in the last decade by bomb attacks, target killings, and other forms of catastrophic violence. The vast majority of the victims are innocent civilians caught in the crossfire between the Taliban, Pakistani government and US government. Since the recent elections in Pakistan, the state of security has worsened. There is no possibility for persecuted people to take refuge inside Pakistan.<br \/>\nAgainst Racism! Solidarity with the Refugee Protest!<\/p>\n<p>Join the demonstration on the 20th of September at 4 p. in front of the Museumsquartier at Omofuma-Memorial. Final manifestation 6.30 pm in front of the detention prison next to the metro station &#8222;Rossauer L\u00e4nde&#8220;.<\/p>\n<p><strong>The Refugees&#8216; demands are:<\/strong><br \/>\n1. Legal residence status. We cannot go back to our countries of origin, because war, terror, persecution and famine forced us to flee.<br \/>\n2. If Austria is not able to grant us asylum, at least erase our finger prints from your database, so that we can take refuge in other countries.<\/p>\n<p><strong>!! NO FLAGS!! The demonstration&#8217;s aim is not the political profiling of (N)GOs and parties but rather to support the Refugee Protest.<\/strong><\/p>\n<p><strong>NO BORDERS, NO NATIONS, STOP DEPORTATION!!! WE WILL RISE!!<\/strong><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/M5v1MH03ltY\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Demo: No one is illegal! English version see below; Wann? 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